Diagnostik

In der neuen Leitlinie gibt es einige Änderungen bezüglich der Diagnose und Therapie der COPD
Flexible Referenzwerte für die Spirometrie, eingeschränkte Indikation für inhalative Steroide. Die neue Leitlinie zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung wartet mit einigen Neuigkeiten auf.

Mit einem einfachen, schnellen und kostengünstigen Gehtest, der routinemäßig bei der Entlassung aus der Klinik durchgeführt werden kann, lässt sich das Risiko für erneute Verschlechterungsschübe (Exazerbationen) bei COPD-Patienten besser abschätzen. Und zwar viel besser als z. B. durch eine Messung der Lungenfunktion oder anhand des Alters der Patienten. Darauf weisen die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse hin.

Das Timing der Rasselgeräusche – früh im Prozess des Einatmens – weist auf eine Erkrankung an COPD hin und ist offenbar noch stärker mit COPD assoziiert als die Geräuschqualität. Das hat Vorteile für die Diagnose. Denn der Zeitpunkt des Auftretens ist eindeutig zu ermitteln, während die Qualität der Geräusche Interpretationsspielraum zulässt. Sind beim Abhören der Lunge (Auskultation) früh im Prozess der Einatmung Rasselgeräusche hörbar, kann das ein Hinweis auf eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sein. Denn das Timing solcher Laute hat einen hohen Vorhersagewert.

Sauerstoff ist überlebenswichtig und für jede Körperzelle und -funktion notwendig. Damit unser Körper mit genug Sauerstoff versorgt wird, muss das Zusammenspiel aus Atmung, Kreislauf und der Gewebsdurchblutung stimmen. Die Sauerstoffsättigung gibt den Sauerstoffgehalt im Blut an. Zu niedrige Werte weisen also auf ein Problem in diesem Zusammenspiel hin. Wie kann man die Sauerstoffsättigung messen, welcher Wert ist normal und was tun bei zu niedrigen Werten?

Mithilfe einer neuen Risiko-Messlatte können Notärzte diejenigen COPD-Patienten identifizieren, bei denen innerhalb der nächsten dreißig Tage ein hohes Risiko für schwere Komplikationen besteht, die lebensbedrohlich sind und eine Intensivbehandlung in der Klinik erforderlich machen. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hin.

Bestimmte Entzündungszellen im Blut (sog. Eosinophile) können ein guter Marker dafür sein, welche Therapie für einen Patienten mit COPD oder Asthma am besten geeignet ist. Patienten, die viele Eosinophile im Blut aufweisen, erleiden häufig akute Verschlechterungen (Exazerbationen), die aber mit inhalativen Steroiden gut in den Griff zu bekommen sind. Darauf machen die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) aufmerksam.

Eine Untersuchung der Lungenfunktion sollte routinemäßig auch bei beschwerdefreien Rauchern und Exrauchern im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden. Dafür plädieren die Lungenärzte des VPK, da auch beschwerdefreie Patienten mit bisher undiagnostizierter COPD ein erhöhtes Risiko für lebensgefährliche Verschlechterungen (sog. Exazerbationen) und Lungenentzündungen haben.