Rauchen - Dampfen - E-Zigaretten

Zwischen 40-59 Jahren sterben Tabakkonsumenten besonders häufig – und nicht selten ohne jede Vorwarnung - an einer Herz-Kreislauferkrankung, wie jetzt eine umfangreiche US-Metastudie über Raucher und Nichtraucher aufgezeigt hat. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung hin.

Dass Raucher doppelt so oft an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Arteriosklerose erkranken und sterben wie Nicht-Raucher, dürfte bekannt sein. Doch gerade im mittleren Alter (zwischen 40-59 Jahren) sterben Tabakkonsumenten besonders häufig – und nicht selten ohne jede Vorwarnung - an einer Herz-Kreislauferkrankung, wie jetzt eine umfangreiche US-Metastudie über Raucher und Nichtraucher aufgezeigt hat (siehe Journal of the American Heart Association, online seit 17.11.2021)

Wie entwickelt sich der E-Zigarettenkonsum bei Jugendlichen im Verlauf von 18 Monaten? Dem sind Forschende des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung in einer Studie nachgegangen. Die Untersuchung wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gefördert im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).
Jugendlicher raucht E-Zigarette.

261 Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen, die E-Zigaretten mindestens einmal monatlich konsumiert hatten, nahmen dafür 2017 und 2019 an einer Fragebogenstudie teil. Im Mittel waren sie 14,9 Jahre alt, etwa drei von zehn Teilnehmenden waren Mädchen.

E-Zigaretten und Lungengesundheit

Welchen Einfluss haben E-Zigaretten auf die Lunge? Dies werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) in den kommenden Jahren in einem neuen Forschungsprojekt untersuchen. Das Vorhaben wird unter anderem mit dem Preisgeld des Balzan-Preises finanziert, den das DZL Ende 2019 für seine bedeutende Arbeiten auf dem Gebiet der Pathophysiologie der Atmung erhalten hat.

E-Zigaretten sind für Menschen, die ganz mit dem Rauchen aufhören wollen, kein geeignetes Hilfsmittel. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) hin. Wer von der herkömmlichen Tabakzigarette auf die E-Zigarette umsteige, ersetze lediglich eine Sucht durch eine andere. Einige Suchtforscher propagieren zwar, E-Zigaretten seien ein praktisches Instrument zur Rauch- und Nikotinentwöhnung. Jedoch zeigen aktuelle Erhebungen, dass sich ein langfristiger Nutzen der E-Zigaretten bei der Entwöhnung nicht belegen lässt. Dagegen bergen die elektrischen Ersatzprodukte Gesundheitsgefahren, deren Ausmaß bislang noch nicht vollständig abzuschätzen ist. Deutsche und europäische Lungenärzte warnen daher vor dem Gebrauch elektronischer Zigaretten und fordern erneut ein umfassendes Werbeverbot für elektronische Rauchprodukte.

Nikotinhaltige Liquids entziehen dem Schutzfilm in den Atemwegen Wasser und verringern die Schlagfrequenz der Flimmerhärchen, die eigentlich den Abtransport eingedrungener Schadstoffe bwerkstelligen sollen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie aus den USA, auf die die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung hinweisen.
Der Konsum von E-Zigaretten, die Liquids mit Nikotin enthalten, hemmt einen wichtigen Selbstreinigungsmechanismus in den Bronchien - die sog. mukoziliäre Clearance. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie aus den USA (siehe American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, Online-Veröffentlichung am 7.6.2019), auf die die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung hinweisen. „Den Studienautoren zufolge entziehen nikotinhaltige Liquids dem Schutzfilm in den Atemwegen Wasser, so dass er weniger viskos und damit zäher und klebrig wird.

Eine von Forschern des Baylor College of Medicine durchgeführte Studie untermauert die gesundheitlichen Bedenken hinsichtlich der Verwendung von E-Zigaretten. Die kürzlich veröffentlichte Arbeit zeigt, dass eine chronische Exposition gegenüber E-Zigaretten-Dämpfen die normale Lungenfunktion bei Mäusen stört und auch die Fähigkeit von Immunzellen in der Lunge verringert, auf Virusinfektionen zu reagieren.

Warum erkranken Menschen an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD, obwohl sie in ihrem Leben niemals geraucht haben? Zu dieser Frage konnten Forschende jetzt neue Hinweise finden. Ihre Ergebnisse zeigen auch, warum manche Raucher ein höheres COPD-Risiko tragen als andere.
Rauchen ist der größte Risikofaktor für die Entstehung einer COPD. Trotzdem hat etwa eine von fünf Personen, die von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung betroffen ist, nie geraucht. Auf der anderen Seite entwickeln zahlreiche Raucher  nie eine COPD. Warum das so ist, darüber gibt es bis heute nur wenige Erkenntnisse. Englische Forschende sind der Frage nun genauer nachgegangen.