Prophylaxe

LUXEMBURG/BERLIN (dpa). Kurz vor Beginn der Impfungen gegen die Schweinegrippe ist eine heftige Diskussion um die Zusatzstoffe entbrannt. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nannte die drei in der Europäischen Union zugelassenen Präparate sicher. Dagegen bezeichnete der hallesche Virologe Alexander Kekulé Impfstoffe mit Verstärkerstoffen als "übertrieben" im Kampf gegen die Schweinegrippe. Viel geeigneter sei der Impfstoff, für den sich die Bundeswehr entschieden habe, sagte er dem Radiosender MDR Info.

Optimal für eine Impfung gegen die Grippe ist die Zeit von September bis November. Pünktlich wurden jetzt die ersten Grippe-Impfstoffdosen vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen für die Saison 2009/2010 freigegeben. Diese Impfung gegen die saisonale Influenza wird allerdings nicht gegen Schweinegrippe schützen - dazu sind zwei unterschiedliche Impfstoffe erforderlich.

Angesichts der H1N1-Pandemie (so genannte "Schweinegrippe" oder Neue Grippe) droht derzeit aus dem Blick zu geraten, dass auch die normale, jährlich auftretende Grippe (Influenza) in diesem Winter wieder um sich greifen wird. Die Vorbeugung dieser saisonalen Grippe mittels Schutzimpfung sollte deshalb nicht vernachlässigt werden. Sie ist wegen des hohen Risikos der Vermischung der saisonalen und pandemischen Grippeviren diesmal sogar besonders wichtig. Dies erklärten heute namhafte Experten bei einer Pressekonferenz des Impfstoffherstellers Novartis Behring in Frankfurt.

Retten Sie Leben, desinfizieren Sie ihre Hände – mit diesem Motto wird zum ersten, weltweiten Händehygiene-Tag am 5. Mai aufgerufen. Maßnahmen zur Händehygiene sind nämlich eine einfache, kostengünstige und sehr effektive Präventionsmaßnahme, um die Verbreitung von Krankheitserregern in Kliniken zu verringern.

Im Fall einer Grippe-Pandemie kann den meisten Patienten auch ohne Intensivstation über die kritische Phase geholfen werden, indem sie mit einfachen Maskenbeatmungsgeräten beatmet werden, wie sie vornehmlich bei der Heimbeatmung zum Einsatz kommen. Deshalb empfehlen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne den Krankenhäusern, einen Vorrat an solchen Geräten anzulegen.

Shisha-Rauchen wird unter Jugendlichen in Deutschland immer populärer. Offenbar ohne, dass die damit verbundenen Gefahren für die Gesundheit bekannt wären. Dabei sind Wasserpfeifen womöglich noch schädlicher als Zigaretten! Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne hin.

Würden auch junge und gesunde Menschen – insbesondere Kinder - gegen Grippe geimpft werden, könnte das die Zahl der Todesfälle und Krankenhausbehandlungen infolge Influenza deutlich verringern. Das ist die Meinung von Peter Wutzler, Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten und Leiter des Instituts für Virologie und Antivirale Therapie am Universitätsklinikum Jena.