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Häufig haben COPD-Patienten mit Erschöpfung und Müdigkeit zu kämpfen. COPD-Patienten klagen am häufigsten über Atemnot. Doch schon an zweiter Stelle folgt die Fatigue. Über sie weiß man im Rahmen der chronischen Atemwegserkrankung nicht wirklich viel. Die Psychologin Zjala Ebadi vom Radboud University Medical Center in Nijmwegen und ihre Kollegen haben sich das Phänomen COPD-Fatigue genauer angeschaut. In der Literatur stießen sie auf 196 Studien, in denen man Häufigkeit der Fatigue und Faktoren, die zu ihrer Entwicklung beitrugen, untersucht hatte.
Welche positiven Effekte der Aufenthalt in einer pneumologischen Rehaklinik haben kann, schildert Martin Leibl, Facharzt für Innere Medizin und Lungenheilkunde und Ärztlicher Leiter der Nordseeklinik Westfalen im Nordseeheilbad Wyk auf Föhr, in seinem Online-Vortrag auf dem Symposium Lunge am 4.9.2021. Wesentlicher Faktor einer leitlinienkonformen Basistherapie bei chronischen Lungenerkrankungen ist nach aktuellsten Erkenntnissen die Durchführung einer stationären pneumologischen Reha in Schwerpunktkliniken mit nachgewiesener wissenschaftlicher Expertise. Ziele der Reha In diesen Kliniken bietet sich die Gelegenheit intensiv mit den Patienten eine nachhaltige Verhaltensänderung zu etablieren. Ziel ist die Vorbereitung auf den professionellen Umgang und das Leben mit der jeweiligen Erkrankung im Alltag im Anschluss an die Maßnahme. Aufbauend auf einer fundierten Analyse der Erkrankung und der Aufklärung der Patienten, setzen die Kliniken dazu auf ganzheitliche Konzepte, die körperliche, mentale, ernährungswissenschaftliche und medikamentöse Aspekte aufeinander abstimmen.
Forschungsergebnisse der Technischen Universität Sydney zeigen, dass die Hemmung der sogenannten Nekroptose, einer bestimmten Form des Zelltods, ein neuartiger Ansatz für zukünftige Forschung im Bereich der COPD-Behandlung sein könnte. Die Studie wurde im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht. Wenn Körperzellen sterben kann das zum einen spontan und unkoordiniert erfolgen, zum Beispiel durch Verletzungen. Bei dieser als Nekrose bezeichneten Form des Zelltods, platzen die sterbenden Zellen auf, was zu Entzündungen im umliegenden Gewebe führt.
Wie wirken sich Schlafdauer und Schlafqualität auf die Häufigkeit von Infektionen der oberen Atemwege aus? Dieser Frage gingen Forschende in einer Metaanalyse nach, in der sie die Daten von über 66.000 Studienteilnehmer:innen auswerteten. Schlechter Schlaf erhöht das Risiko für Husten, Erkältungen und andere Infektionen der oberen Atemwege – von dieser Hypothese hat man vielleicht schon einmal gehört. Tatsächlich gibt es Studien, die daraufhin deuten, dass Schlafmangel die Fähigkeit des Körpers, Infektionen zu bekämpfen, verringert.
Selbstmanagement-Techniken tun kranken Lungen gut: Das weiß man vom Asthma und der COPD, bei denen sie längst ein fester Bestandteil von Patientenschulungen sind. Da liegt es nahe, dass sie auch dazu beitragen, mit den Auswirkungen von Bronchiektasen zurechtzukommen. Evidenz dafür fehlt jedoch bisher weitgehend. Chronische Atemwegsentzündung, verminderte mukoziliäre Clearance und strukturelle Lungenschäden: Das sind die klassischen Kennzeichen von Bronchiektasen. Die Veränderungen führen zu rezidivierenden Infektionen und Exazerbationen, persistierendem Husten und ständiger Sputumproduktion.
In einer Phase-3-Studie ließ sich mit dem monoklonale Antikörper Tezepelumab die Zahl der akuten Krankheitsverschlechterungen bei schwerem, unkontrolliertem Asthma verringern. Zudem verbesserte sich die Lungenfunktion, die Asthmakontrolle und die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Die Studienergebnisse wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Die Definition der COPD gründet auf dem FEV1/FVC-Verhältnis. Frühe Stadien der Krankheitsentwicklung werden mit dem Quotienten jedoch nicht erkannt. Eine internationale Autorengruppe schlägt daher vor, die Kategorie „Prä-COPD“ zu schaffen. Als bester Marker für die Atemwegsobstruktion bei COPD dient heute eine FEV1/FVC-Ratio < 0,7, die sich als starker Prädiktor für Hospitalisierung und Mortalität erwiesen hat. Doch es ist anzunehmen, dass bereits Schäden in der Lunge eingetreten sind, bevor eine relevante Obstruktion evident wird. Durch eine therapeutische Intervention bereits in diesem Frühstadium könnte man den Verlauf der Erkrankung vielleicht wirksamer beeinflussen als dies heute gelingt.